Lydia Steffenhagen grüsst...
Lydia Steffenhagen grüsst...

"Das braucht man doch nicht!"

Ist es eigentlich schlimm, wenn man nicht bei facebook ist? (Ich nutze die "Mutter" von Social Media in diesem Beitrag einfach exemplarisch). Eindeutig Nein! Wir leben ja glücklicherweise in einer Gesellschaft, wo innerhalb gesetzlicher und ethischer Rahmen, alles möglich ist.

 

Etwas tun, oder eben auch ganz bewusst nicht tun, ist eine individuelle Entscheidung. Ich habe Leute beobachtet, die für moderne Kommunikationsmittel eher kritische Worten haben. SMS reicht doch aus, warum also whatsapp? eMail ist weniger nervig als chat oder „Wenn einer was von mir will, kann er mich ja anrufen“ (aber nicht auf dem Smartphone, denn so eines braucht man ja nicht).

 

Lieber Filtern als Teilnahme verweigern

Zugegeben, man findet eine Menge Schrott im Internet. Das Mittagessen-Foto eines Bekannten oder „Wir-haben-uns-alle-lieb-Bärchi-Grafiken“ find ich auch doof, aber ich kann sie ja glücklicherweise ausblenden. Blödsinn ignorieren kann man lernen oder in den Sozialen Medien in den Anzeige-Einstellungen ändern. Wer nicht weiß wie das geht, kann Jugendliche fragen. Junge Leute teilen ihr Wissen übrigens sehr gerne.

 

Ich finde, dass Social-Media-Abstinenzler viel Gutes verpassen. Themen und Trends schaffen es nicht immer in die „alten“ Medien. Geschweige denn, dass irgendjemand zum Telefon greift oder eine Brief schreibt, um diese Inhalte zu übermitteln.

 

Das selbstgewählte Abseits

Leute, die ich schwer erreiche, informiere ich immer weniger gesondert. Die Einladung oder Information erhalten sie dann eben nicht mehr. Ich bin bestimmt nicht die einzige, die das so handhabt. Ich habe gemerkt, dass ich irgendwie nicht mehr auf dem Laufenden war, als ich noch kein facebook nutzte. Azubis aus dem Job haben mir dann gezeigt, wie‘s geht. Den Führerschein zu machen war übrigens deutlich schwerer.

 

Ich beobachte, dass einige einen verbalen Feldzug gegen diesen „neumodischen Kram“ führen. Mein Kampf ist das nicht. Es ist auch nicht meine Aufgabe, Leute für die neue Welt zu bekehren, die einfach passiert. Aber ich bin der Meinung, dass es nicht gut tut, sich ausschließlich in einem immer kleiner werdenden Umfeld zu bewegen. Kleiner, weil Informationen dann aus Quellen kommen, die sich gar nicht oder zumindest nicht mehr groß weiter entwickeln.

 

Alte Freunde - Neues im Netz

Mit meinen langjährigen Freunden bin ich übrigens nicht weniger, weil virtuell, sondern sogar enger verbunden. Meiner Freundin in Amerika bleibt mit drei Kindern nicht viel Zeit für Telefonate oder eine Zusammenfassung der letzten Ereignisse in einer wohlformulierten eMail. Wir haben uns früher oft wochenlang nicht gehört. Seitdem sie auch bei facebook meine Freundin ist sehe ich, was sie grade Schönes erlebt und nehme trotz großer räumlicher Distanz an ihrem Leben teil. Seit whatsapp kommunizieren wir sogar fast täglich.

 

Kommunikation verändert sich und ich habe mich entschieden, auch als "nicht mehr ganz so junge Frau" eine interessierte Geisteshaltung zu bewahren. Ich möchte lieber auf lebendigen Kommunikationspfaden unterwegs sein, als auf solchen, die Ihren Zenit schon lange hinter sich gelassen haben. Mögen muss ich nicht alles, aber probieren kann ich alles. Die Welt ändert sich und ich bewundere die Klarheit meines Neffen in seiner Frage: „Warum sind eigentlich nur alte Männer Papst?“ (30.12.13)

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